Volkenroda 2026

Auf Pilgerpfaden ins Abenteuer: Die Klosterfahrt der 7. Klassen nach Volkenroda

Wer an eine klassische Klassenfahrt denkt, hat meist das Bild von gemütlichen Reisebussen vor Augen, die die Jugendlichen direkt vor der Unterkunft absetzen. Nicht so bei den Klassen 7L1, 7L2 und 7E in der vergangenen Woche! Unser gemeinsames Abenteuer begann mitten im Trubel des Erfurter Bahnhofs. Vollgepackt mit Rucksäcken, Koffern und jeder Menge Energie starteten wir mit dem Zug in Richtung Mühlhausen.

Der Grund für den bewussten Verzicht auf den Reisebus ist schnell erklärt: Wir wollten das Kloster Volkenroda mit den Jugendlichen nicht einfach nur konsumieren – wir wollten, dass sie es sich erwandern und die Erfahrung einer echten Pilgerreise machen.

Das klingt im Nachhinein vielleicht etwas idyllischer, als es sich auf der Strecke tatsächlich anfühlte. Stolze 12 Kilometer lagen vor uns, für die die Gruppen gut vier Stunden unterwegs waren. Und das bei echtem Extremwetter: Das Thermometer kratzte an der 31-Grad-Marke, die Sonne knallte unbarmherzig vom Himmel und das Gras auf den Wanderwegen stand hoch. Spätestens hier wurde allen schmerzhaft klar, wie wichtig vorausschauende Planung, ausreichend Proviant und genügend Wasser im Gepäck sind. Es war anstrengend und viele stießen an ihre körperlichen Grenzen. Doch genau das gehört zum Pilgern dazu – es ist eben kein Spaziergang. Umso stolzer durften die Jugendlichen auf sich sein, als wir das Kloster Volkenroda dann endlich erreichten. Nach einer herzlichen Begrüßung konnten die Zimmer bezogen werden. Die Strapazen der Hitze waren schnell vergessen, als es an das Erkunden des riesigen Geländes ging. Neben der historischen Klosterkirche und dem beeindruckenden Christuspavillon zog vor allem der Klosterbauernhof die Siebtklässler magisch an. Schnell wurden erste Freundschaften mit zuckersüßen Hasen, neugierigen Ziegen, gemütlichen Schweinen und den störrischen Eseln geschlossen.

Nach einer Andacht am Abend tat das gemeinsame Abendessen allen gut. Den perfekten Abschluss dieses ersten, intensiven Tages bildete ein Lagerfeuer mit Stockbrot, bei dem wir die Erlebnisse Revue passieren ließen. Um 22 Uhr läuteten wir die Bettruhe ein. Wir Begleiterinnen und Begleiter hatten im Stillen wohl gehofft, dass die Jugendlichen nach dem 12-Kilometer-Weg in die Betten fallen und sofort tief schlafen würden – ob dieser pädagogische Plan vollends aufging, bleibt wohl das Geheimnis der jeweiligen Zimmergemeinschaften…

Der nächste Morgen startete mit einem reichhaltigen Frühstück und einem abwechslungsreichen Workshopprogramm. Die Klassen teilten sich in drei Gruppen auf: Während eine Gruppe die historischen Geheimnisse des Klosters erkundete, tauschte sich die zweite intensiv und reflektiert über verschiedene Glaubensformen aus. Ein besonderes Highlight hatte die dritte Gruppe, die Bruder Markus interviewen durfte. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Chance und fragten ihn über sein Leben in der Bruderschaft Volkenroda.

Als es dunkel wurde, wartete das nächste Erlebnis auf einige von uns: Bei einer Nachtwanderung durften wir unzählige magisch leuchtende Glühwürmchen entdecken – ein fast schon mystischer Moment, der perfekt zur besonderen Atmosphäre des Klosters passte und die Jugendlichen für einen Moment ganz still werden ließ.

Am Ende waren wir uns alle einig: Die drei Tage im Kloster vergingen viel zu schnell. Hinter uns liegt eine intensive Zeit voller Gemeinschaft, mancher Blase an den Füßen und tiefer Eindrücke, die unsere Siebtklässler hoffentlich noch lange in ihren Schulalltag am Ratsgymnasium begleiten werden.

Pfarrer Heiko Ackermann